Nov 15

Schlüsseltechnologie Batterietechnik

Die Bundesregierung investiert bis 2021 eine Milliarde Euro in die Entwicklung der Batterietechnologie speziell für Elektroautos in Deutschland. Batterien sind für die Entwicklung der Elektromobilität essentiell – etwa 40% des Wertes eines Elektroautos geht auf das Konto der Batterien.

Derzeit beherrschen asiatische Unternehmen mit Lithium-Ionen-Batterien den Weltmarkt unangefochten. Das bringt verschiedene Probleme mit sich. Zum Einen ist die fast völlige Abhängigkeit deutscher und europäischer Elektroauto-Hersteller von den Zulieferern aus Japan, China oder Südkorea in sich ein Problem. Zum Anderen ist die Lithium-Elektronen-Technik nicht unproblematisch: Werden die Batterien beschädigt, können sie leicht in Brand geraten und sind dann enorm schwer zu löschen, wie die Bilder brennender Tesla-Autos gezeigt haben – weder mit Löschschaum noch mit Wasser wurden die Feuerwehren der brennenden Batterie Herr; die Batteriezellen brannten auch unter Wasser weiter. Zudem enthalten diese Batterietypen eine Reihe seltener und teurer Metalle, allen voran Kobalt. Kobalt ist für die Leistungsfähigkeit gerade von Autobatterien derzeit noch unverzichtbar, es wird aber fast vollständig unter fragwürdigen Bedingungen im Kongo und in Sambia gefördert und ist damit nicht nur eine extrem knappe Ressource, sondern unterliegt auch allen politischen Risiken dieser Länder.

So gut wie jeder Autohersteller und viele Forschungsinstitute liefern sich daher derzeit einen Wettlauf um die Weiter- und Neuentwicklung der Batterietechnologie. Die verfolgten Ansätze sind vielfältig. Bei den etablierten Lithium-Ionensystemen beispielsweise wird daran gearbeitet, den Gehalt des kritischen Kobalts zu reduzieren, denn derzeit wird schlicht nicht genug davon gefördert, um den Umstieg auf Elektromobilität zu realisieren. Gearbeitet wird jedoch auch daran, die derzeit verwendeten Chemikalien durch andere, leistungsfähigere zu ersetzen – Silizium z.B., oder Kohlenstoff-Wasserstoff-Technologie. Die meisten Ansätze sind nicht über das Laborstadium hinaus. Die Industrie scheint derzeit vor allem auf die Entwicklung von Festkörper-Akkus zu setzen, in denen kein flüssiger sondern ein fester Elektrolyt verbaut ist, was die Brandgefahr senkt und die Größe der Akkus, denn im Gegensatz zu Batterien mit flüssigem oder gelartigem Elektrolyt brauchen Festkörperbatterien keine Kühlkreislauf. VW unterhält zu diesem Zweck seit 2012 eine millionenschwere Allianz mit dem kalifornischen Unternehmen QuantumScape. Auch andere Autohersteller basteln an Festkörperbatterien – massenmarkttauglich ist bislang aber noch keines der konkurrierenden Systeme.

Ein weiteres riesiges Problem der derzeitigen Batterietechnik ist bisher noch gar nicht in das Bewusstsein der breiten Bevölkerung gedrungen: Wohin mit den gebrauchten Batterien, wenn sie ihre Leistungsfähigkeit verlieren? Autobauer wie BMW und Daimler nutzen ausrangierte Elektroauto-Batterien z.B. als Energiespeicher für Windparks, denn anders als beim Auto ist es dabei egal, wenn die Batterien nicht mehr ihre volle Leistungsfähigkeit haben. Nur – wie kommen die Batterien zurück? Mehr als halbprivate Sammelaktionen für Haushaltsbatterien, die in Supermärkten abgegeben werden können, gibt es in Deutschland nicht. Es gibt kein System zur systematischen Sammlung von Altbatterien und es gibt auch kaum tragfähige Konzepte, diese zu recyceln. Noch schlimmer ist es bei beschädigten Batterien – diese sind wegen der hohen Brandgefahr Gefahrgut und dürfen nicht einmal ohne Weiteres auf deutschen Straße transportiert werden. Wenn die Elektromobilität sich durchsetzen soll, müssen aber sowohl das Problem des Rücklaufs als auch das des Recycling gelöst werden; es sollte nicht das Gleiche passieren wie bei der Atomkraft, für deren alte Brennelemente es bis heute kein schlüssiges Entsorgungskonzept gibt.

Das Geld der Bundesregierung soll nun als Anschubfinanzierung dienen, um diese Probleme anzugehen. Die eigentliche Entwicklung muss von der Industrie geleistet werden. Hierzu sollen sich nach dem Willen der Bundesregierung bislang drei Hersteller-Konsortien bilden – zwei mit internationaler Ausrichtung, eines mit deutschen Unternehmen. Ziel sei es, Batteriefabriken in Deutschland aufzubauen, pro Konsortium gehe es um 1000 bis 2000 Arbeitsplätze. Die Unternehmen müssten ca. 500 Millionen Euro in die Fabriken investieren. Für Anfang 2019 rechnet die Bundesregierung mit ersten konkreten Investitionsentscheidungen. Für die Standorte bewerben sich bereits jetzt mehrere Bundesländer – nicht zuletzt gilt diese Bundesinitiative als Möglichkeit, in Gegenden, in denen der Kohleabbau zu massiven Arbeitsplatzverlusten führt und noch führen wird, neue Zukunftstechnologien anzusiedeln.

Nov 14

Industriepolitik – Bundesregierung fördert Künstliche Intelligenz (KI)

Die Bundesregierung fördert Zukunftstechnologien mit Milliardenbeträgen, allen voran die Künstliche Intelligenz (KI). Gestern hat sie dazu ein Strategiepapier vorgestellt. Worum geht es, und wie sinnvoll sind die Investitionen?

Unter KI versteht man Algorithmen, die es Maschinen ermöglichen, Intelligenzleistungen zu erbringen, die denen des Menschen ähneln, v.a. die Fähigkeiten des Lernens, Urteilens und Problemlösens. Dieser Technologie wird eine Schlüsselfunktion in der digitalen Welt zugesprochen, denn je mehr Prozesse des täglichen Lebens auf digital umgestellt werden, desto größere Datenmengen fallen an und desto größer wird die Notwendigkeit, diese Daten zu systematisieren und auszuwerten. Hierbei sollen selbst lernende Maschinen helfen. Weltweit gesehen hinken Deutschland und Europa der Entwicklung hinterher – die USA und China sind heute vor allem im B2C-Bereich, also bei Anwendungen, die den Verbraucher involvieren, führend. Im B2B-Bereich jedoch, also bei industriellen Anwendungen, ist die Marktführerschaft noch offen. Und einen weiteren großen Vorteil hat Europa: Während die USA den Unternehmen fast völlig freie Hand lassen und Neuentwicklungen nur den Regeln des Marktes unterwerfen – das geht so weit, dass Microsoft mittlerweile die US-Regierung aufgefordert hat, seine Produkte zur Gesichtserkennung im Interesse der Bürger zu regulieren –, setzt China auf vollständige Überwachung mit Hilfe der Technologie. Der europäische Weg könnte dazwischen liegen: Keine staatliche Regulierung aller Lebensumstände, wohl aber die Schaffung von Rahmenbedingungen, die die gesellschaftliche Perspektive mitdenken, also die Frage, wie die neuen technischen Möglichkeiten sozial verträglich für die Entwicklung und das Wohl der Menschen und Zivilgesellschaften eingesetzt werden können.

Im August diesen Jahres, als in Brüssel der Finanzrahmen für die Europäische Forschungsförderung von 2021-2027 verhandelt wurde, zeigte sich allerdings wieder, dass gerade die führenden europäischen Wirtschaftsnationen nicht verstanden zu haben scheinen, welche Dimensionen diese Aufgabe hat. Während man sich ziemlich einig war, bei der Grundlagenforschung z.B. im Bereich Alzheimer zusammen zu arbeiten, weil dies ein Bereich ist, der zwar für die Menschen ungeheuer wichtig ist, für die Pharmafirmen aber finanziell uninteressant, setzen die einzelnen Staaten bei der Förderung der potentiellen Zukunftstechnologien lieber auf nationale Forschungsförderung – in der Hoffnung, sich dadurch gleich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen zu können, wenn aus der Forschung marktfähige Produkte werden. Dass dieser Nationalismus angesichts von Konkurrenten wie den übermächtigen US-amerikanischen Internetgiganten und der gewaltigen Finanzkraft und Aggressivität der chinesischen staatlichen Industriepolitik bestenfalls naiv ist, scheint nicht anzukommen.

Zu diesen nationalen Alleingängen in Sachen Zukunftstechnologie gehört nun auch das Strategiepapier KI, das die Regierung gestern vorlegte. Danach sollen bis 2025 drei Milliarden Euro in die Erforschung dieser Technologie gesteckt werden. Mit dem Geld sollen die vorhandenen  Forschungsstandorte in Deutschland zu einem Netzwerk zusammengefasst und ausgebaut werden. Mindestens 100 neue Professuren sollen entstehen und Gehälter und Rahmenbedingungen geschaffen werden, mit denen sich Experten langfristig im Land halten lassen. Dazu kommt, was die Regierung bereits im Sommer angekündigt hatte: den forschenden Unternehmen und Institutionen sollen riesige Datenbestände der Öffentlichen Hand – anonymisiert – zur Forschungszwecken zur Verfügung gestellt werden. Auch Lizenzmodelle werden diskutiert; der Bund würde so zukünftig an den Produkten mitverdienen, die mit seiner Hilfe entstehen.

Ob das Geld gut angelegt ist? Das Beispiel Solarenergie spricht dagegen. Diese Technologie wurde massiv mit Forschungsgeldern gefördert, bis die Preise verfielen, und man bemerkte, dass Solar-Technologie nicht das durchschlagende Potential hat, das man sich erhofft hatte. Zudem wird befürchtet, dass große Teile der KI-Förderung eher in Bürokratie und ineffizienten Hochschulstrukturen versickern werden, statt zu neuen, marktfähigen Produkten zu führen. Gefordert wird eher, in den Bildungsstandort Deutschland zu investieren und die bürokratischen Hürden bei der Unternehmensgründung abzubauen. Gefordert wird außerdem die explizite Zusammenarbeit aller europäischen Forschungspotentiale statt nationaler Abschottung. Daneben sollte die Regierung im Dialog mit den Bürgern Chancen und Risiken der neuen Technologie kommunizieren, statt Populisten der Befürworter und Gegner das Feld zu überlassen. Danach sieht es bei dem jetzt vorgelegten Strategiepapier allerdings nicht aus – eher hat man den Eindruck, die Regierung wisse auch nicht recht, wie sie mit dem Thema umgehen solle und gründe deshalb eine Arbeitsgruppe.

Nov 13

Betrug an Wohnungsinteressenten

In deutschen Ballungszentren und Groß- und Studentenstädten ist die Wohnungssuche eine Herausforderung – und die Verzweiflung und oft auch die Unerfahrenheit der Wohnungssuchenden für Betrüger ein Geschäftsmodell. Betrug an Wohnungsinteressenten findet dabei auf zwei Ebenen statt: Zum Einen versuchen Kriminelle, direkt an das Geld der Wohnungssuchenden zu kommen, z.B. mittels Kautionsbetrug; zum Anderen indirekt über die Daten, die die bei der Wohnungssuche preisgegeben werden sollen. Worauf man als Mietinteressent achten sollte.

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Nov 12

Sturmschäden – welche Versicherungen sind zuständig?

Nicht nur die Herbststürme sind berüchtigt, auch im restlichen Jahr werden im Zuge des Klimawandels schwere Stürme mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen häufiger. Welche Versicherung regelt welche Schäden?

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Nov 08

Wenn der Versicherer kündigt

Hat man das Kündigungsschreiben einer Versicherung im Briefkasten, ist der Schock oft groß, denn in der Regel trifft die Kündigung den Versicherten ohne Vorwarnung. Was man in diesem Fall wissen sollte.

Grundsätzlich gilt: existentielle Policen darf der Versicherer nicht kündigen, egal wie viele Schäden anfallen – solange der Versicherte beim Vertragsabschluss keine Falschangaben gemacht hat. Zu diesen Versicherungen gehören Lebensversicherungen, Rentenpolicen, Berufsunfähigkeits- und private Krankenvollversicherungen. Alle anderen privaten Unfall- und Schadenspolicen können dagegen nicht nur vom Versicherten, sondern eben auch vom Versicherer gekündigt werden. Dazu gehören v.a. Hausrat- und Wohngebäudeversicherung, Glasversicherung, Haftpflicht- und Rechtschutzversicherung, Unfall- und Kfz-Haftpflichtversicherung, sowie Teil- und  Vollkaskoversicherung.

Kündigen kann der Versicherer ordentlich zum Ende des Versicherungsjahres, oder außerordentlich nach einem Schadensfall; die Frist hierzu ist ein Monat nachdem die Verhandlungen über die Schadensübernahme abgeschlossen sind. Grund ist, dass Versicherungen in erster Linie Unternehmen sind, die Geld verdienen wollen. Dazu prüfen sie regelmäßig, ob Versicherungssparten Ertrag erwirtschaften. Unrentable Verträge werden aussortiert, d.h. den Versicherten gekündigt.

Gekündigt wird Versicherten z.B. dann, wenn mehr als ein großer Schaden in kurzer Zeit auftritt oder viele kleine Schäden gemeldet werden. Wird z.B. eine Hausratversicherung mehrfach mit 50 Euro-Erstattungsanträgen konfrontiert, sind die Verwaltungskosten schnell so hoch, dass die Versicherung am Vertrag nichts mehr verdient. Nicht nur Schadensfälle, auch vertragswidriges Verhalten des Versicherten kann zum Rauswurf führen. Beispiel Kfz-Versicherung: Hier kann dem Versicherten auch gekündigt werden, wenn er z.B. falsche Angaben zum Auto macht, um einen besseren Tarif zu bekommen, wenn Beiträge nicht oder zu spät gezahlt werden, wenn der Versicherte seine Pflichten als Autofahrer verletzt, z.B. das Auto von einem unberechtigten Fahrer fahren lässt oder ohne Führerschein oder unter Alkoholeinfluss unterwegs ist, oder wenn der Versicherte das Auto anders verwendet als im Versicherungsvertrag angegeben (z.B. ein Wohnmobil vermietet statt damit in den Urlaub zu fahren).

Die Kündigung durch den Versicherer ist für den Versicherten vor allem deshalb so unangenehm, weil sie es ihm enorm erschwert, eine neue gute Versicherungspolice abzuschließen. Grund ist, dass ein Versicherter, dem gekündigt wurde, einen Eintrag in das HIS erhält, das „Hinweis- und Informationssystem der Deutschen Versicherungswirtschaft“, einer Datenbank aller deutschen Versicherungen, die Daten über Versicherungsfälle sammelt und allen Mitgliedern zugänglich macht – die „Schufa der Versicherungen“, allerdings in der breiten Bevölkerung viel weniger bekannt als die Schufa. Versicherungen wollen sich mit HIS vor Betrügern schützen; die Datenbank funktioniert aber auch als Warnsystem vor potentiell teuren Kunden. Im Versicherungsvertrag unterzeichnen die Kunden die Zustimmung zur Datenübermittlung. Nicht nur Versicherte und ihre Schadensfälle werden allerdings gespeichert, sondern z.B. auch Unfallgegner und Zeugen, selbst wenn diese selbst keine Versicherung haben, oder an einem Unfall beteiligte Autos. Positiv daran ist: Man kann auf diese Weise herausfinden, ob ein Gebrauchtwagen früher in einen Unfall verwickelt war. – Im HIS landet man nicht nur, wenn man selbst klagt und dafür seine Rechtschutzversicherung in Anspruch nimmt, sondern auch dann, wenn man verklagt wird. Selbst wenn man jeden Prozess gewinnt, kann man so zu einem Kandidaten für eine Kündigung werden.

Wie bei der Schufa auch sind die genauen Kriterien, nach denen jemand im HIS landet und bewertet wird, undurchsichtig und werden strikt geheim gehalten. Um herauszufinden, ob und wie man gelistet ist, kann jeder Versicherte einmal im Jahr eine kostenlose Auskunft über die eigenen Einträge beantragen. Stellt man fest, dass man belastende Einträge hat, kann es helfen, sich mit der meldenden Versicherung in Verbindung zu setzen, um zu klären, ob ein Eintrag ggf. gelöscht werden kann. Grundsätzlich sollte man, bevor man einen Schadensfall meldet, überlegen, ob das wirklich unumgänglich ist oder ob man gerade Bagatellschäden nicht lieber aus der eigenen Tasche zahlt.

Der Eintrag bei HIS kann bewirken, dass andere Versicherungen den Neuvertrag ablehnen oder nur sehr schlechte Konditionen bieten. Wenn die Kündigung nun ausgesprochen ist, kann der Versicherte daher zweierlei tun:
Zum Einen sollte er versuchen, mit seiner Versicherung über eine Kündigungsumkehr zu verhandeln, d.h. darüber, dass die Versicherung gestattet, dass die Kündigung statt von ihr vom Versicherten ausgesprochen wird. Eine Neuversicherung fragt nämlich stets, wer den Vorvertrag gekündigt hat, und eine Kündigung durch den Vorversicherer ist oft ein entscheidender Makel. Wer von seinem Versicherungsmakler rechtzeitig über die bevorstehende Kündigung informiert wurde, kann ihr durch die eigene Kündigung zuvor kommen.
Zum Zweiten sollte der Versicherte versuchen, den Vertrag zu retten (Vertragssanierung), d.h. anbieten, den Vertrag zu schlechteren Konditionen weiter zu führen. Das kann ein höherer Selbstbehalt sein oder das Herausnehmen bestimmter Leistungen aus dem Gesamtpaket. In jedem Fall ist es ratsam, schnell das konstruktive Gespräch mit dem Versicherer zu suchen.

Nov 07

Fertighausbau

Fertighäuser haben bisweilen immer noch den Ruf, „von der Stange“ oder von minderer Qualität gegenüber einem Massivhaus zu sein. Was ist dran an diesen (Vor-)Urteilen, und was sollte man vor und während des Baus beachten?

Ein Fertighaus ist ein Haus, das im Wesentlichen aus Teilen besteht, die im Werk vorgefertigt wurden und auf der Baustelle zusammengebaut werden. So wurde schon im antiken Griechenland gebaut und auch die Fachwerkhäuser des Mittelalters wurden auf diese Weise in Serie produziert. Im modernen Deutschland fassten sie nach dem 2. Weltkrieg richtig Fuß, als schnell und relativ kostengünstig viel Wohnraum geschaffen werden musste. Aus dem gleichen Grund erfahren Fertighäuser auch in den letzten Jahren stetig wachsenden Zuspruch. Hinzu kommt, dass Fertighäuser heute in einer solchen Vielzahl an Formen und Konstruktionsweisen angeboten werden, dass man der eigenen Individualität und Kreativität sehr weitgehend freien Lauf lassen kann: Bungalows, Häuser im Landhausstil, Holzhäuser, Kubushäuser, Energiesparhäuser, Allergikerhäuser, auch Mehrfamilien- und Mehrgenerationenhäuser werden angeboten, häufig von Spezialanbietern.

Fertighäuser können mit „massiven“ Baustoffen hergestellt werden, oft werden sie aber in sogenannter Leichtbauweise angeboten. Das bedeutet, dass sie in Holzständerbauweise gefertigt werden, ähnlich Fachwerkhäusern. Zwischen den Holzbalken wird die Wärmedämmung angebracht; innen und außen werden die Wände dann mit stabilen Platten verkleidet.

Fertighäuser haben eine Reihe von Vorteilen gegenüber Architektenhäusern: die Bauherren müssen keine Handwerker selbst beauftragen; sie haben einen festen Ansprechpartner für die ganze Bauzeit. Da viele Fertighäuser Typenhäuser sind, können sie in Musterhausausstellungen angeschaut und dann in den Vertragsverhandlungen individuell angepasst werden. Bei Holzbauweise gibt es keine Austrocknungszeit der Mauern; die Bauphase ist insgesamt sehr kurz. Bei Holzbauweise ist die Ökobilanz von vornherein sehr gut, man kommt damit einfacher an Fördermittel z.B. der KfW. – Nachteile der Leichtbauweise können der geringere Schallschutz im Vergleich zu einem Massivhaus sein, und dass die Häuser über die Jahre stärker an Wert verlieren.

Was sollte man vor der Beauftragung eines Fertighausanbieters beachten?
Grundstück: Kauft man vom Bauträger, ist das Grundstück im Preis inbegriffen. Beim Fertighaus muss man sich in der Regel selbst darum kümmern. Zu den Grundstückkosten kommen dann die Kosten für die Erschließung sowie Grunderwerbsteuer.
Budget: Mehr als 40% des Nettoeinkommens sollten Zins und Tilgung nicht ausmachen. Mit Baufinanzierungsrechnern kann man Kosten kalkulieren und einen Budgetrahmen erstellen.
Anforderungen: Die eigenen Wünsche und Anforderungen an ein Haus sollten gut überlegt sein. Dazu gehört auch, festzulegen, wie viel man gegebenenfalls in Eigenleistung erbringen kann; je nach Geschick kann man ein Bausatzhaus favorisieren – dabei liefert der Anbieter die Teile und der Bauherr baut sein haus vollständig selbst zusammen – oder ein Ausbauhaus , bei dem der Bauherr den Innenausbau selbst macht, oder ein schlüsselfertiges Haus, bei dem auch der Innenausbau mitgeliefert wird. Welche Leistungen genau der Bauherr übernimmt, muss detailliert im Bauvertrag geregelt sein. – Zu den Anforderungen an das Haus gehört auch, festzulegen, ob es ein Niedrigenergiehaus sein soll, ob es barrierefrei sein soll, wie viele Personen einziehen sollen und ob sich das in der Zukunft ändert wenn z.B. Kinder geboren werden oder ausziehen, ob ein Kamin ggf. später eingebaut werden soll, ein Fahrstuhl oder eine Photovoltaik-Anlage und vieles mehr. Je genauer man auch Wünsche,. Die man erst später realisieren will, von vornherein einkalkuliert, desto niedriger sind später die Umbaukosten.
Keller: In den Leistungen eines Fertighausanbieters ist ein Keller i.d.R. nicht enthalten. Man sollte aber überlegen, ob man an dieser Stelle spart – der Keller ist i.d.R. der kostengünstigste Teil des Hauses und später nicht mehr nachholbar.
Der Vertrag: Grundlage des Vertrags mit dem Anbieter ist die Leistungsbeschreibung. Man sollte sie genau lesen, denn es gibt bei Hausbauverträgen kein Widerrufsrecht. Gute Anbieter erkennt man u.a. daran, dass sie Mitglied in der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau sind.
Rechtlicher Rahmen: Die Wahl des Hauses wird nicht unwesentlich von den geltenden Bauvorschriften beeinflusst und beschränkt. Der Bebauungsplan der Gemeinde legt u.a. Zahl der Geschosse, Dachform, Gebäudeausrichtung u.ä. fest.

Nov 06

Wohnungsbeleuchtung – an LEDs geht kein Weg vorbei

Als Thomas Edison Ende des 19. Jahrhunderts die Glühbirne erfand und massenmarkttauglich machte, revolutionierte er damit die technische und kulturelle Entwicklung. Seit 2009 arbeitet die EU im Rahmen der Öko-Design Richtlinie daran, die Beleuchtung in Haushalten stromsparender zu machen. In einem ersten Schritt mussten 2012 die Glühbirnen den strengeren Anforderungen an die Energieeffizienz weichen; in einem zweiten Schritt sind nun die Halogenlampen zum größten Teil aus den Läden verschwunden. Ausnahmen gibt es nur bei sehr energiesparenden Halogenlampen und einigen extrem lichtstarken Modellen, für die es noch keinen LED-Ersatz gibt.

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Nov 05

Schnee und Eis: Welche Räum- und Streupflichten haben Anwohner?

In einigen Regionen lässt der Winter noch auf sich warten, in den Hochlagen ist es aber bereits soweit: Schnee fällt, und was Kindern Freude macht, macht Hauseigentümern und Mietern Arbeit. Was sollten Anwohner über die Räum- und Streupflicht wissen?

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Nov 02

Modernisierung – Rechte und Pflichten von Mietern und Vermietern

Sollen Arbeiten in oder an einem vermieteten Objekt vorgenommen werden, sind die Rechte und Pflichten der Parteien abhängig davon, ob es sich um eine Instandhaltungs- oder -setzungsmaßnahme handelt, oder um eine Modernisierung. Instandsetzungs- oder -haltungsmaßnahmen liegen vor, wenn der vertragsgemäße Zustand der Mietsache erhalten oder wieder hergestellt werden soll. Modernisierung liegt dann vor, wenn die baulichen Maßnahmen den Gebrauchswert der Immobilie erhöhen, wenn sie helfen, Wasser oder Energie zu sparen, oder wenn sie neuen Wohnraum schaffen.

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Okt 31

Einbruchschutz im Smarthome

Einbrüche sind in Deutschland häufig und können prinzipiell jeden treffen, gerade jetzt, wenn die früh einsetzende Dunkelheit Einbrechern größeren Schutz bietet als im Sommer. Eine zunehmende Anzahl von Anbietern smarter Systeme bietet daher auch smarte Sicherheitstechnik für Haus und Wohnung an. Die hat aber Grenzen.

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