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Jul 18

Werbung an Schulen nein – Firmenkooperation ja

Immer mehr Unternehmen versuchen schon in Schulen für ihre Produkte und Dienstleistungen zu werben, warnten Abgeordnete des Hessischen Landtages. So berichtete SPD-Politiker von Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, die Werbung so zu gestalten, dass das Werbeverbot an den Schulen umgangen werden könne. Der Firmenname werde mit ihrer Strategie im Kinderkopf verankert, so die Aussage dieser Agenturen.

Kultusminister musste gar die Verwendung des Start-up-Lehrbuchs „Von der Idee zum Ziel“, das von der wirtschaftsnahen Organisation NFTE herausgegeben wird, in den Schulen stoppen. Es enthielt an 50 Stellen Werbung. Ein FDP-Bildungspolitiker fand dagegen, das Kultusministerium sei einer Kampagne der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) „auf den Leim gegangen“.

Im Gesetzesentwurf der CDU und Grünen zur Änderung des Schulgesetzes wurde das Werbeverbot an Schulen nun auch gesetzlich festgeschrieben, wo es bisher nur einen Erlass gegeben hatte, der Produktwerbung untersagte. Ausnahmen für Sponsoring soll das Kultusministerium erlassen können, wenn keine Beeinflussung oder Anschein einer Einflussnahme auf Schule und Unterricht zu befürchten ist. Das Sponsoring darf zudem nicht widersprüchlich zu den Bildungs- und Erziehungszielen nach dem Schulgesetz stehen.

Die FDP versprach sich dagegen mit dem „Engagement privater Initiativen und Unternehmen“ mit kostenfreien Unterrichtsmaterialien „den Stellenwert der Bildung über wirtschaftliche Betätigung und Unternehmertum im Schulunterricht zu verbessern und junge Menschen zu selbstständiger wirtschaftlicher Tätigkeit zu ermuntern“. Warum der Gründergeist der Schüler durch ein Buch gestärkt werden könnte, in dem es nicht um Start-up-Unternehmen geht, sondern um Werbung für McDonald’s, Coca-Cola oder die Deutsche Bank, war für die anderen Fraktionen schleierhaft.

Allerdings befürworten auch alle Fraktionen mit Ausnahme der Linken eine enge Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen, sofern es nicht um Werbung gehe. Damit seien beispielsweise Praktika in Betrieben gemeint oder unter bestimmten Umständen auch Sponsoring. So könnte sich ein (CDU) Politiker einen Lernvorteil vorstellen, wenn Mechatroniker an beruflichen Schulen Fahrzeuge von Unternehmen zur Verfügung gestellt bekämen. Auch sei es nach dem Kultusministerium zu begrüßen, wenn jede Schule mindestens eine Kooperation mit einem Unternehmen, einer Sparkasse oder einer Industrie- und Handelskammer eingehen würde. Werbung sei jedoch in der Schule nicht erwünscht.


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