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Jun 12

Immobilieninvestoren fürchten Brexit

Schon jetzt ziehen viele Profi-Investoren am Immobilienmarkt ihr Geld aus Großbritannien ab und suchen nach Alternativen. Nach Ansicht der Beratungsagentur Cushman & Wakefield hat der Brexit zumindest schon am vermeintlich trägen Immobilienmarkt begonnen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden die großen Geldströme beobachtet.

 

Es hat sich abgezeichnet, dass die Investoren in Großbritannien kalte Füße bekommen, ihr Geld abziehen und es in andere Länder, vor allem nach Deutschland, verschieben. „Offenbar zeigt sich Deutschland für Investoren angesichts der erwarteten wirtschaftlichen Auswirkungen von Großbritanniens Brexit-Entscheidung auf Europa als der im Vergleich deutlich sicherste Hafen“, erklärt Cushman & Wakefield die Beobachtungen.

 

Zwar gilt das Immobiliengeschäft als träge und angestaubt, aber wenn es darauf ankommt, reagieren die Profi-Investoren schnell. Experten erwarten bis 2021 einen Anstieg der Büromieten in Berlin um 3,6 Prozent und in Frankfurt um 1,6 Prozent jährlich. Doch auch das erwartete Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent für die nächsten Jahre sowie einem Job-Zuwachs von jährlich knapp 0,2 Prozent sorgt für Stabilität, was wiederum die Chancen bei Einzelhandelsimmobilien und am Wohnungsmarkt steigert. Schließlich können Menschen, die mehr verdienen, auch mehr einkaufen und höhere Mieten zahlen.

 

Zudem verstärken sich in den letzten Tagen erneut die Anzeichen dafür, dass mehr Banken-Jobs aus London abgezogen werden könnten als gedacht. So will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Europäische Bankenaufsicht von London nach Frankfurt/Main locken und bereits mehr als 20 Banken hatten sich bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin gemeldet und Interesse an einem Standort in Frankfurt bekundet. Schließlich benötigen viele Banken eine neue Banklizenz für das künftige Geschäft in der Europäischen Union und müssen eine Geschäftsstelle innerhalb deren Grenzen eröffnen.

 

Dazu brachen nach den Marktanalysten der Agentur INREV die Renditen für Immobilienfonds in Großbritannien 2016 auf einen Minuswert von 12,1 Prozent ein. Zuletzt wurde ein vergleichbarer Wert zu den Hochzeiten der Finanzkrise erreicht. Dagegen steigen in Deutschland schon seit Jahren die Renditen stabil. So konnten sich beispielsweise Büroimmobilien in Berlin im ersten Quartal um 7,1 Prozent verteuern, was für deutsche Verhältnisse gewaltige Zuwächse darstellen.

 

Anderer Meinung ist jedoch die Warburg-HIH Invest, die zwar eine Korrektur am Londoner Markt beobachtet, aber dennoch meint, dass London schon allein wegen der Vielzahl von Top-Flächen und einer hohen Transparenz weiterhin anderen Städten in Europa überlegen sei. Langfristig spreche daher nichts gegen ein Investment in London. Zudem sei der Kapitalfluss vor allem aus nicht europäischen Staaten in den britischen Markt zu stabil, um einen drastischen Rückgang bei den Preisen oder Transaktionen erwarten zu können.


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