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Jun 07

Frankfurt baut flexibel entlang der Vorschriften

Obwohl es in anderen Großstädten vorzeigbare Beispiele gibt, wie man günstig und gleichzeitig ansprechende Häuser bauen kann, scheint dies in Frankfurt nur selten zu gelingen. Nun hat die Stadt gemeinsam mit der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG und dem deutschen Architekturmuseum den Wettbewerb „Wohnen für alle“ ausgeschrieben, um dieses Defizit zu beheben. Mit diesem Wettbewerb sollen Ideen für bezahlbare, neuartige und architektonisch wertvolle Wohngebäude gefunden werden. Drei oder vier davon will die ABG sogar im Neubaugebiet Hilgenfeld realisieren.

Nach Abschluss der ersten Runde des Wettbewerbs sind zehn Finalisten in einer Ausstellung im Architekturmuseum zu bestaunen. Dabei soll „Wohnen für alle“ mehr als nur den Bau von Sozialwohnungen umfassen, denn auch die Mittelschicht kann sich die Wohnungspreise in Frankfurt kaum noch leisten.

Von 130 Architekturbüros, bei dem Wettbewerb teilgenommen haben, sind zehn in die Endrunde gekommen. Sie sollen nun Testentwürfe für ein Grundstück der ABG zur Verfügung stellen. Beworben haben sich die Architekturbüros mit Referenzprojekten, die in anderen Städten wie beispielsweise Zürich, Paris, Amsterdam, Berlin und München bereits verwirklicht wurden.

Unter den prämierten Ideen sind ein Ausbauhaus im Berliner Stadtteil Neukölln, dessen Bewohner selbst die Fliesen verlegt haben, ein konsequentes Absinken der Baustandards im französischen Mulhouse und die Überdachung eines Parkplatzes mit Wohnungen aus Holzmodulen in München. Zwei Architekten reduzierten die individuellen Wohnflächen zugunsten der Gemeinschaftsflächen, boten den Bewohnern jedoch private Rückzugsräume an.

Bis Oktober sollen die zehn Finalisten einen Testentwurf vorlegen. Eine Jury beurteilt schließlich im Dezember, welches Büro die Anforderungen am besten erfüllt hat. Dabei wird eines der Kriterien der Preis sein, denn die ABG strebt für die Mietwohnungen einen Quadratmeterpreis von maximal zehn Euro an. Damit die Baukosten gesenkt werden können, legen einige Architekten die Bauregeln frei aus. Die Stadt werde bei überzeugenden Konzepten flexibel auf die Auslegung der Vorschriften reagieren.

Die Siegerentwürfe werden dann im Frühling in einer zweiten Ausstellung im Architekturmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dann will die ABG auch mit der Erschließung Bauplatzes beginnen. So sei ein Baubeginn Ende 2019 realistisch. Künftig soll der Preis „Wohnen für alle“ alle zwei Jahre vergeben werden. Die ABG will mit der nächsten Ausschreibung im Herbst 2019 dann auch wieder Flächen zur Verfügung stellen, möglicherweise im Innovationsquartier im Nordend.


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