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Okt 30

Erst Mitte 2019 werden erste Zinserhöhungen erwartet

Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt weiterhin hunderte Milliarden Euro in die Märkte, auch wenn das Tempo abgesenkt wurde. Ab Januar 2018 wird die EZB für 30 Milliarden Euro pro Monat Anleihen ankaufen und halbiert damit die bisher aufgewendeten 60 Milliarden Euro pro Monat. Doch auf eine Dauer des neuen Ankaufsprogramms legte sich die EZB nicht fest. Es werde bis auf weiteres weiter laufen, möglicherweise damit auch unbegrenzt. Das angepeilte Gesamtvolumen erhöhte sich damit bis Ende September 2018 nochmals um mindestens 270 Milliarden auf 2,55 Billionen Euro. Die Leitzinsen blieben auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Für Sparer ist dies keine gute Aussicht, denn die EZB hielt an ihrem Zinsausblick fest. Hiernach sollen die Schlüsselsätze noch lange auf ihrem derzeitigen Niveau liegen. Vor 2019 rechnen viele Volkswirte nicht mit ersten Zinserhöhungen. Die Deutsche Bank sieht eine Umkehr des Kaufprogramms beziehungsweise der Bestandsreduktion der von der EZB gehaltenen Vermögenswerte in weiter Ferne. Erst zur Jahresmitte 2019 wird dort eine echte Zinswende erwartet. Doch abhängig von der Marktlage ist auch vorstellbar, dass die EZB den Satz selbst dann nicht erhöhen wird. Die EZB stellt sich auf einen längeren Kampf gegen die niedrige Inflation in der Eurozone ein. Sie lag zuletzt bei 1,5 Prozent, deutlich unter dem Zwei-Prozent-Ziel der EZB.

Dennoch geht die EZB sogar von einem vorübergehend nachlassenden Preisauftrieb zum Jahresende aus, begründet auf statistische Effekte bei der Ermittlung der Energiepreise. Mittelfristig sei jedoch mit einem schrittweisen Anstieg der Inflationsrate zu rechnen. Dabei bleibt abzuwarten, ob die EZB mit ihrer Einschätzung dieses Mal recht behält. Schließlich blieb der Kampf für mehr Inflation bisher nahezu wirkungslos.

Für Anleger werden Inflationsraten von hierzulande durchschnittlich um die 1,7 Prozent teuer. Sie verlieren bei einer zweijährigen Bundesanleihe real etwa 2,5 Prozent pro Jahr, bei einer 30-jährigen 0,4 Prozent pro Jahr, falls die Inflation über Jahrzehnte nicht noch steigen wird. Trotz des Zinsausblicks springen einige Anleger, konsequent in den Aktienmarkt, denn er sei „in der Geldanlage weiterhin erste Wahl – nicht zuletzt, weil die Firmengewinne auch im kommenden Jahr steigen dürften. Ein Schwerpunkt sollte dabei der Euroraum sein mit dem Dax als prominentesten Profiteur der gut laufenden Weltkonjunktur“.


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