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Mai 07

Schnelle Ladestationen und alte E-Auto-Technik

In Brohtal Ost nimmt Ionity, das Joint Venture von Daimler, BMW, Ford, Audi und Porsche, seinen Deutschlandbetrieb für den Aufbau eines Schnellladenetzes für E-Autos auf. Jetzt können an der Autobahnraststätte auf der A 61 bis zu sechs Elektroautos gleichzeitig mit bis zu 350 kW Strom tanken. Der Tankvorgang soll wegen der enormen Leistung des HPC-Ladeparks (High Power Charging) nur wenige Minuten dauern.

400 Stationen sollen in ganz Europa mit dem Ionity-Netz abgedeckt werden. Somit stünde an wichtigen Verkehrswegen die nötige Infrastruktur bereit, um das Elektroauto nun auch langstreckentauglich zu machen. Damit sollen potentielle Elektroautokunden, die sich noch wegen mangelnder Reichweite abschrecken lassen, zu Elektroautos hingezogen werden.

Jedoch kann keines der heute erhältlichen Elektroautos die hohe Leistung nutzen. Die Batterien laden deutlich langsamer an den superschnellen Ionity-Lagern. So spielen neben der Leistung der Ladesäule das Bordnetz des Autos und die Batterie beim Schnellladen eine wichtige Rolle und limitierten die heutige Ladezeit, so der Schweizer Elektrokonzern ABB. Da alle gängigen Akkus, egal ob im Smartphone, Notebook oder im Elektroauto, nur mit Gleichstrom funktionieren, dagegen jedoch alle Stromquellen in unserem Alltag Wechselstrom liefern, muss dieser für die Batterie in Gleichstrom umgewandelt werden. Dabei ist für das Laden wichtig, wo diese Umwandlung vollzogen wird. Möglich ist, dass das On-Board-Ladegerät im Fahrzeug die Umwandlung vornimmt und die Batterie auflädt, oder aber der Gleichrichter in der Ladestation den Strom umwandelt und die Batterie des Autos direkt mit Gleichstrom auflädt.

Weil jedoch im Auto selbst das Ladegerät aus Platz- und Gewichtsgründen oft sehr klein ausfällt, ist sie die Ladeleistung der meisten Elektroautos mit Wechselstrom beschränkt. Dagegen können die Gleichrichter bei einer stationären Ladesäule größer und schwerer sein, weshalb alle Schnellladestationen mit Gleichstrom, in Gegensatz zu den konventionellen Ladesäulen in Innenstädten und der Wallbox für die heimische Garage arbeiten.

Wenn der Fahrer nun eine Gleichstrom-Ladesäule gefunden hat, kommt es nun auch auf die Batteriespannung des Autos an, wenn man wissen will, wie schnell die Batterie geladen werden kann. Da jedoch alle heute erhältlichen Elektroautos mit einer Batteriespannung von 400 Volt arbeiten, die neuen Schnellladenetze jedoch 800 Volt benötigen, um mit 350 Kilowatt zu laden, dauert der Ladevorgang doppelt so lange. Ein Umstieg auf 800 Volt benötigt aufwändigere Komponenten sowie eine andere Absicherung im Auto, was die Technik heute noch viel teurer macht.


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