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Jun 22

Private Handyvideos helfen den Polizeibeamten bei ihrer Arbeit

Im Zeitalter der Smartphone-Kameras werden Videos und Fotos von Unfällen oder auch Terroranschlägen wie beispielsweise kürzlich der in der Manchester Arena oft schnell in den Sozialen Medien veröffentlicht. Dabei stellt sich die Frage, wie man im Moment größter Bedrohung sein Telefon zücken und zu filmen beginnen kann. Gerade für die jüngere Generation ist der Griff zum Smartphone und das Teilen des Lebens über das Netz jedoch zum Reflex geworden, was für die Polizei Fluch und Segen gleichzeitig ist, sagen die Polizeibeamten.

 

So baten die Polizeibeamten beispielsweise nach dem Amoklauf im Münchner Olympia-Einkaufszentrum im letzten Sommer darum, dass keine Videos von laufenden Polizeieinsätzen gedreht und ins Netz gestellt werden, weil andernfalls die Ermittlungen gefährdet würden. Schließlich nutzen auch Täter das Internet.

 

Doch andererseits können Handyvideos für die Polizeibeamten auch durchaus hilfreich sein. Daher hatte die Polizei beispielsweise nach dem Anschlag auf die Manchester Arena ein Portal eingerichtet, über das Augenzeugen Fotos und Videos hochladen und damit den Polizeibeamten für deren Ermittlungen zur Verfügung stellen können. Auch in Deutschland stellt das Bundeskriminalamt anlässlich des Anschlages auf den Boston-Marathon im Jahr 2013 seither ein entsprechendes Hinweisportal temporär zur Verfügung. Bei Bedarf können die Polizeibeamten die technische Infrastruktur anfordern. Das Hinweisportal wird regelmäßig genutzt, so zuletzt auch nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz im Dezember. Innerhalb eines Monats seien nach Mitteilung der Pressestelle des Generalbundesanwalts rund 1000 Bilddateien und 200 Videos eingegangen.

 

Mit Handyvideos erhöhe sich die Chance auf den entscheidenden Hinweis, der zum Täter oder zu einem Komplizen führt, erklärt das BKA. Zumindest könne man aber mit diesen Aufnahmen die Beobachtungen potenzieller Augenzeugen abgleichen und dadurch weitere Informationen zum Tatgeschehen erlangen. Beispielsweise, was der Täter anhatte, in welche Richtung er geflohen ist oder ob er Komplizen hatte. Dabei könne jeder Hinweis wichtig sein, sagen die Polizeibeamten.

 

Das Hinweisportal des BKA wird jedoch nicht nur im Zusammenhang mit Terrorismus eingesetzt, auch nach den Übergriffen auf Hunderte Frauen in Köln an Silvester oder bei Ausschreitungen unter den Fans bei Fußballspielen haben die Polizeibeamten schon eine entsprechende Seite freigeschaltet, um einzelne Personen zu identifizieren und nachzuvollziehen zu können, wer welche Straftat begangen hat.


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