Dez 29

Bürokratiemonster Hartz-IV muss reformiert werden

Das Hartz-IV-System hat sich zu einem Bürokratiemonster entwickelt, das es in dieser Form nur in Deutschland gibt. Obwohl das Motto der Arbeitsmarktreformer „Fördern und fordern“ heißt, wird zwar in den Jobcentern oft viel gefordert, doch seltener gefördert. Doch zu Anfang war das Motto eine gute Idee. Die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder wollte mit der Agenda 2010 den Sozialstaat moderner machen und ersetzte die alte Sozialhilfe durch Hartz IV. Damit sollten die komplizierten Berechnungen von Leistungen für diejenigen, die zum Überleben Geld vom Staat brauchen, ein Ende finden. Die Pauschale von derzeit 409 Euro für Alleinstehende sollte möglichst alles enthalten. Doch nachdem nun zwölf Jahre vergangen sind, zeigt sich damit ein neues Bürokratiemonster.

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Dez 28

Indien zeigt den Weg in Wirtschaftskrise mit Immobilienblase

Indien feiert den ersten Jahrestag des Verbots großer Banknoten. Die umstrittene Maßnahme sollte Korruption und Schattenwirtschaft, die in Indien etwa ein Viertel des BIP ausmachen soll, eindämmen. Doch nun bemängeln viele Ökonomen die negativen Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Konsumfreude der Inder. Zwar haben die Geldtransaktionen auf elektronischem Weg zugenommen, doch gerade in Mumbai bleibt die traditionelle Essenslieferung von Dabawallahs, die über etliche Bahnhofsstationen in Vorortküchen zubereitetes Essen zu Arbeitern in der Innenstadt liefern. Ein Dabawallah erhält mitunter gerade einmal einen Monatslohn von 30 Euro und setzt sich erfolgreich gegen dort ansässige Lieferdienste wie Foodpanda oder Uber Eats.

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Dez 27

Landärztemangel mit Videosprechstunde lösen

In der Zukunft könnten Patienten nicht mehr im Wartezimmer sitzen müssen, sondern sich von zu Hause aus per Videochat vom Arzt eine Diagnose stellen, ein Medikament empfehlen oder Bettruhe verordnen zu lassen, denn der Doktor entscheidet nur in schlimmeren oder komplizierten Fällen, dass der Patient in die Praxis kommen oder zu einem Spezialisten gehen soll. Noch ist dieses Vorgehen in Deutschland allerdings nicht erlaubt. Doch die Bundesärztekammer hat sich dafür ausgesprochen, Diagnosen über den Bildschirm oder per Telefon künftig zumindest in Ausnahmefällen zu erlauben. Schon beim nächsten Deutschen Ärztetag im Mai 2018 in Erfurt wollen Ärztevertreter voraussichtlich offiziell hierüber entscheiden. Es werde erwartet, dass dies auch mehrheitlich beschlossen wird.

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Dez 19

Biomarker gegen Krebs

Viele Entscheidungen in der Medizin werden an Biomarkern festgemacht. Diese charakteristischen biologischen Merkmale lassen sich messen und liefern Informationen zur Krankheit oder zum Ansprechen einer Therapie. So hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA vor wenigen Monaten ein Krebsmedikament zugelassen, dessen Verordnung allein an den Nachweis eines Biomarkers gebunden ist, nicht an die Lage des Tumors oder seine Gewebeeigenschaften. Damit zählt für die Verordnung nur, ob der Tumor über den Biomarker verfügt oder nicht. Es ist somit irrelevant, ob es sich um Krebs in der Brust, der Bauchspeicheldrüse, der Prostata, im Darm oder an einer anderen Stelle des Körpers handelt. Erst kürzlich hat die FDA in der Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ deutlich gemacht, wie radikal diese Abkehr von der bisher üblichen Vorgehensweise ist.

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Dez 15

OECD fordert späteren Renteneintritt

Mit der rasanten Alterung Deutschlands Bevölkerung nähern sich auch die geburtenstarken Jahrgänge dem Rentenalter. Wenn sie in Rente gehen, wird dies die staatliche Alterssicherung vor enorme finanzielle Herausforderungen stellen. Aber auch der Wirtschaft drohen dann wachsende Personalnöte, wenngleich schon heute in vielen Branchen und Regionen der Fachkräftemangel immer größer wird. Daher hatte die Wirtschaftsorganisation OECD schon vor einigen Jahren allen hoch entwickelten Ländern zur Bewältigung des demografischen Wandels „längeres Arbeiten“ empfohlen. Dem Rat war Deutschland zunächst mit der 2006 beschlossenen Einführung der Rente mit 67 als eines der ersten Länder gefolgt.

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Dez 14

Bei neuer Heizung oft auch Umrüstung des Schornsteins notwendig

Wollen Hausbesitzer eine moderne Brennwert-Heizung einbauen, müssen sie auch den alten Schornstein umrüsten lassen. Ein Schornstein funktioniert mit Zug, die Abgase steigen nach oben, weil sie leichter sind als die kalte Außenluft. Früher waren Schornsteine für Heizungen ausgelegt, die Abgase mit 140 Grad Celsius und mehr produzierten, erklärt der Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima. Durch den Kamineffekt wurde das heiße Gas nach oben geleitet, daher musste der Querschnitt des Schornsteins auch entsprechend groß sein, damit es zügig entweichen konnte.

Da jedoch das Abgas moderner Brennwertheizungen nur maximal 80 Grad Celsius heiß ist, reicht der Auftrieb nun nicht mehr aus, um bis zur Mündung des Schornsteins zu gelangen, so der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Auf dem Weg nach oben kühlt das Abgas ab, kondensiert und setze sich als Feuchtigkeit an den Wandungen ab. Wenn nun die Wandung aus Mauerwerk besteht, wird der Schornstein mit der Zeit versotten und muss schließlich irgendwann abgetragen werden, da sich die im Rauchgas enthaltenen Säuren mit der Feuchtigkeit an der Innenwand des Schornsteins niederschlagen, erläutert der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik. Die Säuren reagieren mit dem Mörtel, was im Laufe der Zeit zur Zersetzung des Mauerwerks führen kann. Dabei seien bräunliche Flecken auf dem Schornstein und der Geruch nach Schwefel unverkennbare Anzeichen für eine Versottung.

Um zu verhindern, dass Abgase in die Wohnung gelangen und den Schornstein zu schützen, muss er mit einem feuchtebeständigen Material ausgekleidet werden. Dabei genügen Kunststoffrohre für kühlere Abgase von flüssigen und gasförmigen Brennstoffen. Werden jedoch feste Brennstoffe wie Pellets oder Holz verwendet, werden Edelstahl oder Schamott-Keramik-Rohre erforderlich. Dabei sei Edelstahl eine universelle Lösung, da sich diese Bauelemente flexibel einsetzen lassen. Sogar mit komplizierten gebogenen Abgasführungen wie beispielsweise bei Dachumführungen kommt das Material zurecht. Dennoch bieten sich Edelstahl- und Keramikrohre auch für sogenannte Einzelraumfeuerstätten für Festbrennstoffe im Wohnbereich an, die höhere Abgastemperaturen haben.

Zusätzlich muss eine Verkleinerung des Querschnitts des Schornsteins erfolgen. Ältere Schornsteine haben einen Innendurchmesser von 14 bis 20 Zentimetern, was jedoch für die modernen Niedrigtemperaturheizungen in einem Einfamilienhaus viel zu groß ist. Dabei ist die Größe des neuen Querschnitts abhängig vom verwendeten Brennstoff. So benötigen flüssige und gasförmige Brennstoffe nur etwa 6 bis 10 Zentimeter Querschnitt, feste Brennstoffe 12 bis 18. Die Kosten einer durchschnittlichen Umrüstung des Schornsteins betragen etwa 1000 Euro.

Dez 13

WHO fürchtet Antibiotika-Resistenzen

Kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter dem Motto „Think twice, seek advice“ („Denke nach und suche Rat“) auf das weltweite Problem der Antibiotika-Resistenzen aufmerksam gemacht und um sorgsamen Umgang mit diesen kostbaren Medikamenten geworben. Zwar richtet sich die Kampagne hauptsächlich an die Allgemeinheit, doch sie soll auch Ärzte zum rationalen Einsatz von Antibiotika bewegen.

Wird das Motto mit „denke noch einmal nach“ übersetzt, soll damit ein Innehalten, eine zumindest kurze Unterbrechung der Routine erreicht werden. Wird der Mediziner seinem ersten Impuls und Gewohnheiten folgen, die sich über Jahre ärztlicher Tätigkeit eingeschliffen haben und ein Antibiotikum verschreiben, wenn er einen Patienten vor sich hat, der stark hustet und dazu noch Fieber hat? Oder soll er doch besser innehalten und noch einmal darüber nachdenken. Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, sich zu erinnern, dass in dieser Situation meistens Viren für die Symptome verantwortlich sind. Diese Krankheitserreger sind mit Antibiotika nicht behandelbar, weshalb sich der Arzt den Patienten vielleicht noch einmal genauer anschauen wird, ihm noch spezifischere Fragen stellen und ihn gezielter untersuchen wird. Dieses Vorgehen ist zwar zeitintensiver, doch damit kann ein ungerechtfertigter Gebrauch von Antibiotika vermieden werden.

Obwohl das Auftreten von Antibiotikaresistenzen nicht vermeidbar ist, muss das Vorkommen resistenter Krankheitserreger minimiert werden. Dabei kommt dieser Abwehrmechanismus von Bakterien auch ohne den Einsatz von Antibiotika überall in der Natur vor. Zur Minimierung von Resistenzen sind verbesserte Hygiene sowie ein reduzierter Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung geeignete Maßnahmen. Aber gerade der sorgsame Einsatz von Antibiotika durch Ärzte ist ein entscheidender Faktor im Kampf gegen resistente Erreger. Schließlich besteht zwischen dem Gebrauch von Antibiotika und der Entstehung resistenter Bakterien ein direkter Zusammenhang. So hat der breite, ungezügelte Einsatz, häufig ohne die Notwendigkeit einer ärztlichen Verschreibung, weltweit bereits zu einer weiten Verbreitung hoch resistenter Erreger geführt, für die teilweise keine Medikamente mehr zur Verfügung stehen. Dabei befindet sich Deutschland noch in einer vergleichsweise günstigen Situation. Nur ein kleiner Teil der Infektionskrankheiten wurde durch eine Infektion mit multiresistenten Erregern verursacht.

Doch auch der zweite Teil des WHO-Mottos „suche Rat“ ist bedeutungsschwer. In vielen anderen Ländern wird Antibiotika ohne ärztliche Verordnung eingenommen. Ebenso wichtig ist aber auch, dass der ärztliche Rat befolgt wird. Außerdem sollten sich Ärzte bei komplizierten Infektionen oder bei Patienten mit komplexen Erkrankungen, wie sie vor allem in Kliniken auftreten, mit erfahrenen Kollegen austauschen. Von einem solchen Konsil durch Infektiologen, also Ärzten mit speziellen Kenntnissen über Infektionskrankheiten, kann das Überleben eines Patienten abhängen.

Dez 12

Bürgerversicherung rückt in greifbare Nähe

 

Unerwartet könnte die SPD als Wahlverlierer aufgrund der neuen Unübersichtlichkeit in der Politik eine ihrer Herzensanliegen – die Bürgerversicherung – durchsetzen. Mit ihr sollen die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung eingeebnet werden. Dann müsste jeder Bürger, jede Bürgerin einen festen Teil ihres Einkommens als Kassenbeitrag zahlen, auch gutverdienende Arbeitnehmer, Selbständige und Beamte. Dazu wäre dann auch das gesamte Einkommen, also inklusive eventueller Kapitaleinkünfte, beitragspflichtig. Die private Krankenversicherung als Alternative zur Gesetzlichen würde damit entfallen.

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Dez 11

In 15 Minuten zum ersten Klapphaus der Welt

 

In einer alten Fabrikhalle vor den Toren von Amsterdam steht das erste Klapphaus der Welt. Innerhalb von nur 15 Minuten kann sich das lastwagengroße Haus „Unfold“ auf Knopfdruck selbst auf- und abbauen. Dabei falten sich 29 Tonnen Stahl vollelektrisch auseinander, angetrieben von einem kleinen Motor mit rund 1,2 Kilowatt und unterstützt von der Erdanziehungskraft, die den gefalteten Boden auseinandergleiten lässt. Entwickelt hatte das innovative Haus Chris Dijk, Gründer des holländischen Start-ups G3 Spaces.

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Dez 08

Viele Hauptschullehrer verdienen bald mehr

Gymnasiallehrer studieren im Vergleich zu Grund und Hauptschullehrern ein Jahr länger. Der Schwerpunkt liegt beim Lehramt auf den Unterrichtsfächern. Ein Grund- und Hauptschullehrer mit 18 Jahren Erfahrung wird in Baden-Württemberg in die Besoldungsgruppe A12 eingeordnet und verdient mindestens 3500 Euro brutto im Monat. Im Gegensatz dazu erhält ein Gymnasiallehrer mindestens 600 Euro mehr. Abhängig von der einzelnen Besoldungsgruppe, Dienstzeit und Lebensumständen, kann die Spanne im Extremfall sogar bis zu 1500 Euro monatlich betragen.

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