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Nov 10

Künstliche Gebärmutter außerhalb des Mutterleibs rettet Frühchen

Die Sterblichkeit von Babys, die nach 22 Schwangerschaftswochen mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm geboren werden, ist selbst in der westlichen Welt noch immer hoch und bei vielen Kindern bleiben gesundheitliche Schäden zurück. Erst ab der 28. Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko gesundheitlicher Schäden erheblich. Wissenschaftler haben nun eine künstliche Gebärmutter außerhalb des Mutterleibs entwickelt und diese bereits mit unreifen Lämmern getestet.

Mit der künstlichen Gebärmutter sollen die Bedingungen in der Gebärmutter bestmöglich nachgeahmt und den Frühchen damit „eine Brücke in die Welt“ geboten werden. Da es jedoch bei den Experimenten noch Komplikationen gab, sei derzeit eine Anwendung beim Menschen noch nicht geplant, so die Forscher. Die Forscher hatten nach vielen Vorversuchen ein ausgereiftes System an acht Lämmern getestet, die mit 105 bis 120 Tagen per Kaiserschnitt geboren worden waren. Der Entwicklungsstand entsprach damit etwa dem von Frühchen im Alter von 23 bis 24 Wochen. Die Nabelschnur der Lämmer wurde schnellstmöglich über Kanülen an eine künstliche Plazenta angeschlossen. Das Herz der Lämmer pumpte das Blut selbstständig über die Nabelschnur nach außen zu dieser Maschine, die Sauerstoff und Kohlendioxid austauscht, bevor das Blut zum Fötus zurückfließt. Um das Risiko, dass das winzige kindliche Herz durch einen Überdruck geschädigt wird, zu minimieren, müsse das System ohne Pumpe auskommen. Einige der beteiligten Wissenschaftler haben sich so ein „extrakorporales Lebenserhaltungssystem“ patentieren lassen.

Die Forscher legten die Lämmer in einen Beutel, den sogenannten Biobag, der mit künstlich erzeugtem Fruchtwasser gefüllt wurde, welches stetig ausgetauscht wurde. Die Lämmer verbrachten drei bis vier Wochen in dem Beutel ohne ersichtlichen Schaden zu nehmen. Sie entwickelten sich altersentsprechend und machten insgesamt einen wohlbehaltenen Eindruck, so die Forscher. Obwohl es Komplikationen gab, konnten keine schweren Schäden an Herz oder Gehirn festgestellt werden.

Dennoch könnten diese Versuche nicht unmittelbar auf menschliche Frühchen übertragen werden, da menschliche Föten relativ gesehen kleiner als Lämmer zu einem vergleichbaren Entwicklungszeitpunkt seien wodurch das System zunächst angepasst werden müsse. Auch die Gehirnentwicklung verlaufe beim Menschen anders. Fraglich sei bisher auch, wie die Verknüpfung zwischen Nabelschnur und Maschine bei menschlichen Babys erfolgen könnte. „Der Schritt vom Schaf zum Menschen ist ein großer“, erklärt aber ein Universitätsklinikum. Zwar sei das Verfahren rein technisch das ein großer wissenschaftlicher Fortschritt, doch die weitere Entwicklung dieser Technologie müsse mit großer ethischer Gewissenhaftigkeit erfolgen.

 


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