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Aug 23

Einbruch bei Baugenehmigungen

Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist im ersten Halbjahr eingebrochen. So wurden insgesamt nur 169.500 Wohnungen genehmigt, 7,3 Prozent weniger als noch im Vorjahr, so die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Dieser Trend zeichnete sich jedoch schon in den ersten drei Monaten des Jahres ab und setzt sich nun fort. Immobilienexperten reagieren alarmiert. Die Zahl der Baugenehmigungen ist seit 2008 kontinuierlich gestiegen, 2016 war das Spitzenjahr mit 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings sind nach Ansicht der Experten 375.388 immer noch nicht genug. So wird seit Jahren von Forschungsinstituten mehr Wohnungsbau gefordert, um den Wohnungsmangel zu lindern. Zudem würde ein breiteres Angebot auch den Preisanstieg mäßigen, besonders in den gefragten Groß- und Schwarmstädten, also diejenigen urbanen Zentren, in die immer mehr Menschen ziehen, sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Auch in Städten wie München oder Berlin hat sich seit 2007 die Zahl der fehlenden Wohnungen mehr als verdoppelt. Hohe Preissteigerungen sind neben den größten Metropolen aber auch in Städten wie Leipzig, Heidelberg oder Regensburg zu finden.

Dennoch mahnt der Wohnungswirtschaftsverband Deutschlands GdW. „Die abflauende Dynamik bei den Wohnungsbaugenehmigungen setzt das bezahlbare Wohnen in Deutschland weiter aufs Spiel. So müsse spätestens zu Beginn der nächsten Legislaturperiode der neuen Bundesregierung der Wohnungsbau stark vorangetrieben werden. Auch Jürgen Schick, der Präsident des IVD, dem Branchenverband der Immobilienmakler, fordert. „Wohnen muss Chefsache werden. Wir brauchen in Deutschland eine Eigentumsquote von 50 Prozent und 400.000 neue Wohnungen pro Jahr. Insbesondere mehr bezahlbare Eigentumswohnungen und mehr bezahlbaren Mietwohnungsbau.“

Die Erschwinglichkeit von Wohnungen in den Städten in den vergangenen Jahren ist wegen der hohen Preise gesunken. Auch die hohen Nebenkosten, die durch Maklerprovision, Grunderwerbsteuer und Notar anfallen und oftmals zusätzlich zehn bis 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen, verteuern den Immobilienerwerb. So würden bei einem Wohnungspreis von 300.000 Euro grob gerechnet bis zu 45.000 Euro allein an Nebenkosten fällig werden. Dabei sei gerade die Grunderwerbsteuer ein Ärgernis für den Branchenverband ZIA. Eine Senkung der Grunderwerbsteuer sei die beste Eigenheimförderung. In Nordrhein-Westfalen plädiert die FDP daher auf einen Freibetrag in Höhe von 500.000 Euro bei der Grunderwerbsteuer für ein Eigenheim.

Allerdings gibt es noch einen kleinen Lichtblick aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts: Während die Genehmigungen insgesamt abnahmen, hat die Zahl von genehmigten Wohnungen in Häusern mit drei oder mehr Wohnungen bei 82.100 den höchsten Wert der vergangenen 20 Jahre erreicht.


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