Dez 13

WHO fürchtet Antibiotika-Resistenzen

Kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter dem Motto „Think twice, seek advice“ („Denke nach und suche Rat“) auf das weltweite Problem der Antibiotika-Resistenzen aufmerksam gemacht und um sorgsamen Umgang mit diesen kostbaren Medikamenten geworben. Zwar richtet sich die Kampagne hauptsächlich an die Allgemeinheit, doch sie soll auch Ärzte zum rationalen Einsatz von Antibiotika bewegen.

Wird das Motto mit „denke noch einmal nach“ übersetzt, soll damit ein Innehalten, eine zumindest kurze Unterbrechung der Routine erreicht werden. Wird der Mediziner seinem ersten Impuls und Gewohnheiten folgen, die sich über Jahre ärztlicher Tätigkeit eingeschliffen haben und ein Antibiotikum verschreiben, wenn er einen Patienten vor sich hat, der stark hustet und dazu noch Fieber hat? Oder soll er doch besser innehalten und noch einmal darüber nachdenken. Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, sich zu erinnern, dass in dieser Situation meistens Viren für die Symptome verantwortlich sind. Diese Krankheitserreger sind mit Antibiotika nicht behandelbar, weshalb sich der Arzt den Patienten vielleicht noch einmal genauer anschauen wird, ihm noch spezifischere Fragen stellen und ihn gezielter untersuchen wird. Dieses Vorgehen ist zwar zeitintensiver, doch damit kann ein ungerechtfertigter Gebrauch von Antibiotika vermieden werden.

Obwohl das Auftreten von Antibiotikaresistenzen nicht vermeidbar ist, muss das Vorkommen resistenter Krankheitserreger minimiert werden. Dabei kommt dieser Abwehrmechanismus von Bakterien auch ohne den Einsatz von Antibiotika überall in der Natur vor. Zur Minimierung von Resistenzen sind verbesserte Hygiene sowie ein reduzierter Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung geeignete Maßnahmen. Aber gerade der sorgsame Einsatz von Antibiotika durch Ärzte ist ein entscheidender Faktor im Kampf gegen resistente Erreger. Schließlich besteht zwischen dem Gebrauch von Antibiotika und der Entstehung resistenter Bakterien ein direkter Zusammenhang. So hat der breite, ungezügelte Einsatz, häufig ohne die Notwendigkeit einer ärztlichen Verschreibung, weltweit bereits zu einer weiten Verbreitung hoch resistenter Erreger geführt, für die teilweise keine Medikamente mehr zur Verfügung stehen. Dabei befindet sich Deutschland noch in einer vergleichsweise günstigen Situation. Nur ein kleiner Teil der Infektionskrankheiten wurde durch eine Infektion mit multiresistenten Erregern verursacht.

Doch auch der zweite Teil des WHO-Mottos „suche Rat“ ist bedeutungsschwer. In vielen anderen Ländern wird Antibiotika ohne ärztliche Verordnung eingenommen. Ebenso wichtig ist aber auch, dass der ärztliche Rat befolgt wird. Außerdem sollten sich Ärzte bei komplizierten Infektionen oder bei Patienten mit komplexen Erkrankungen, wie sie vor allem in Kliniken auftreten, mit erfahrenen Kollegen austauschen. Von einem solchen Konsil durch Infektiologen, also Ärzten mit speziellen Kenntnissen über Infektionskrankheiten, kann das Überleben eines Patienten abhängen.

Dez 12

Bürgerversicherung rückt in greifbare Nähe

 

Unerwartet könnte die SPD als Wahlverlierer aufgrund der neuen Unübersichtlichkeit in der Politik eine ihrer Herzensanliegen – die Bürgerversicherung – durchsetzen. Mit ihr sollen die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung eingeebnet werden. Dann müsste jeder Bürger, jede Bürgerin einen festen Teil ihres Einkommens als Kassenbeitrag zahlen, auch gutverdienende Arbeitnehmer, Selbständige und Beamte. Dazu wäre dann auch das gesamte Einkommen, also inklusive eventueller Kapitaleinkünfte, beitragspflichtig. Die private Krankenversicherung als Alternative zur Gesetzlichen würde damit entfallen.

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Dez 11

In 15 Minuten zum ersten Klapphaus der Welt

 

In einer alten Fabrikhalle vor den Toren von Amsterdam steht das erste Klapphaus der Welt. Innerhalb von nur 15 Minuten kann sich das lastwagengroße Haus „Unfold“ auf Knopfdruck selbst auf- und abbauen. Dabei falten sich 29 Tonnen Stahl vollelektrisch auseinander, angetrieben von einem kleinen Motor mit rund 1,2 Kilowatt und unterstützt von der Erdanziehungskraft, die den gefalteten Boden auseinandergleiten lässt. Entwickelt hatte das innovative Haus Chris Dijk, Gründer des holländischen Start-ups G3 Spaces.

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Dez 08

Viele Hauptschullehrer verdienen bald mehr

Gymnasiallehrer studieren im Vergleich zu Grund und Hauptschullehrern ein Jahr länger. Der Schwerpunkt liegt beim Lehramt auf den Unterrichtsfächern. Ein Grund- und Hauptschullehrer mit 18 Jahren Erfahrung wird in Baden-Württemberg in die Besoldungsgruppe A12 eingeordnet und verdient mindestens 3500 Euro brutto im Monat. Im Gegensatz dazu erhält ein Gymnasiallehrer mindestens 600 Euro mehr. Abhängig von der einzelnen Besoldungsgruppe, Dienstzeit und Lebensumständen, kann die Spanne im Extremfall sogar bis zu 1500 Euro monatlich betragen.

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Dez 07

Bewerberzahlen für freiwilligen Wehrdienst brechen ein

 

Immer weniger Bewerber melden sich sechs Jahre nach der Aussetzung der Wehrpflicht zum freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr. Bis Ende August bewarben sich in diesem Jahr 10.105 Männer und Frauen für den freiwilligen Wehrdienst, was ein Rückgang von mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist. Dazu bricht mehr als jeder Vierte noch während der Probezeit den Dienst wieder ab. Dennoch greife die Trendwende Personal, lässt das Ministerium verlauten. Auch 2017 sei der jährliche Mindestbedarf von 8 500 Frauen und Männern im freiwilligen Wehrdienst sichergestellt. Dagegen seien die Bewerbungen für eine Laufbahn als Zeitsoldat im Vergleich zum Vorjahr um knapp drei Prozent auf rund 33.400 gestiegen. Insgesamt ist die Zahl der Bewerber für eine militärische Laufbahn jedoch von 44.533 auf 43.512 gesunken.

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Dez 06

Videoüberwachung auch auf eigenem Grundstück nicht immer erlaubt

Wenn Hausbesitzer eine Kamera an der Tür installieren, um das Geschehen auf dem Gehweg zu verfolgen oder Einbrecher abzuschrecken, können sich andere Anwohner hiervon belästigt fühlen. Gerichte müssen immer öfter zwischen den Interessen beider Parteien abwägen. So hatte der Bundesgerichtshof bereits im März 2010 in einem wegweisenden Urteil die Leitlinien zur Kameraüberwachung festgelegt (Az.: VI ZR 176/09). Darin wird erläutert, dass eine Videoüberwachung in das allgemeine Persönlichkeitsrecht beziehungsweise in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung eingreift. Daher muss die betreffende Person selbst entscheiden dürfen, ob sie im Garten, Hausflur oder auf dem Gehweg gefilmt werden möchte. Hiervon gibt es jedoch auch Ausnahmen.

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Dez 05

Banken haben an Einhaltung des Geldwäschegesetzes wenig Interesse

Als Recherchen im Zusammenhang mit den Paradise Papers offengelegt hatten, wie Banken an den Geschäften illegaler Online-Kasinos mitverdienen, waren einige Compliance-Beauftragte in deutschen Banken ziemlich sauer. So wickeln ausländische Zahlungsdienstleister Geldtransfers an Internet-Glücksspielanbieter systematisch über deutsche Konten ab. Doch dies ist im umstrittenen Glücksspielgesetz ausdrücklich verboten. Die Banken stehen damit in Verdacht, Beihilfe zu illegalen Glücksspielen oder sogar zur Geldwäsche zu leisten. Weitergehende Recherchen zeigten auf, wie der Druck auf die Banken gestiegen ist. Zwischenzeitlich sind die Finanzaufsicht Bafin und das niedersächsische Innenministerium aktiv geworden, das im Auftrag der übrigen Bundesländer die Zahlungsströme an illegale Glücksspielanbieter überwacht. Dabei hätten Banken schon eigene Kunden wegen des Verdachts der Geldwäsche angezeigt, was die Staatsanwaltschaft München nun prüft.

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Dez 04

Detektiveinsatz auch ohne Verdacht auf Straftat zulässig

Ob verdeckte Überwachungsmaßnahmen, in diesem Fall den Einsatz eines Detektivs, auch ohne begründeten Verdacht einer Straftat zulässig sind, hat nun das Bundesarbeitsgericht (BAG) entscheiden müssen.

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Nov 30

An Bayerns Schulen bald kein Handyverbot mehr?

Nachdem Polizisten auf den Handys mancher Schüler bei Razzien auf Pausenhöfen im Jahr 2006 harte Pornos und brutale Gewaltvideos fanden, beschloss die CSU-geführte Staatsregierung Bayerns, Smartphones, Laptops und Kameras in der Schule zu verbieten, sofern sie nicht für den Unterricht gebraucht werden. Seitdem ist Bayern das einzige Bundesland, das eine solche Regelung in seinem Schulgesetz verankert hat und bis heute hält das Kultusministerium eben hieran noch fest. Der Passus im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz sei ein „wirksamer Schutz der Schüler“ vor Cybermobbing. Dort heißt es in Artikel 56: „Im Schulgebäude und auf dem Schulgelände sind Mobilfunktelefone und sonstige digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, auszuschalten. Die unterrichtende oder die außerhalb des Unterrichts Aufsicht führende Lehrkraft kann Ausnahmen gestatten.“

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Nov 29

Deutsche Hochschulen verpassen Digitalisierung

Obwohl das deutsche Hochschulsystem in den letzten fünf Jahren internationaler, durchlässiger und heterogener geworden ist, hapert es noch auf dem Weg zu einem digitalen, flexiblen und optimal berufsvorbereitenden System, so ein aktueller Hochschul-Bildungs-Report des Stifterverbands und einer Unternehmensberatung. Zwar bewege sich unser Hochschulbildungssystem bereits in die richtige Richtung, jedoch nicht schnell genug, erklärt der Stifterverband die Entwicklung. Daher empfehlen der Stifterverband und eine Unternehmensberatung, Data-Science-Education-Programme für Bachelorstudiengänge an Hochschulen einzurichten, um grundlegende Datenanalysefähigkeiten für alle Studierende und für alle Fächer zu vermitteln. Außerdem sollte es mehr gezielte Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen bei der Vermittlung von Datenanalysekompetenzen geben, beispielsweise durch Hackathons.

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